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erleben jahnna Stufen A, Tusche (Kapitel 1)

Jeder Mensch erlebt.

Das Summen der Bienen um den Bienenstock. Das Erblühen der Natur im Frühling. Glückliche Tage mit einem geliebten Menschen. Das Auftauchen einer neuen Kultur. Den Zusammenbruch eines alten Systems. Unsicherheit und Verwirrung. Fehlender Halt und Ablenkung. Habgier und Abhängigkeit. Lüge und Aufgesetztheit. Grobheit und Missgunst. Desinteresse und Vorwürfe. Tag für Tag eindrückliche Bilder und Worte. Ohnmacht und Einmischerei. Frust und Groll. Weit verbreitete Hektik, Krankheit, Erschöpfung. Innere Umfangenheit, Oberflächlichkeit und Hochmut. Den Sonnenaufgang. Das Zwitschern der Vögel. Den kühlen Wind auf der Haut. Hoffnung. Ein inneres Licht, innere Weite, inneres Lächeln. Miteinander und Dankbarkeit. Wohlwollen und Unterstützung. Ein klärendes Gespräch. Liebe und die Verbundenheit der Herzen.

Nichts ist wichtiger als Erleben. Was wäre noch übrig von deinem Leben, wenn du nichts mehr erleben würdest?

Alle Entwicklung und alles Bewusstsein beginnt mit dem Erleben. Wer nicht erlebt, lebt unbewusst. Wer das eigene Erleben in sein Bewusstsein hebt, erfährt die Wahrhaftigkeit und Lebendigkeit des eigenen Seins und Tuns, die Empfindungen des Körpers, die Eindrücke der elementaren und höheren Sinne, das Fühlen, Denken, das reine Sein. Wer dieses ins Licht des eigenen Bewusstseins hebt, kann richtig und falsch erkennen, wahr und unwahr, gut und schlecht, stimmig und unstimmig und kann im Durchqueren des eigenen Gemüts das Leben selbst berühren, das Wirken und Wandeln, die Verbundenheit aller Wesen, die Wunder des Daseins. Wer nicht erlebt, wird niemals sicher sein können, ob das, was hier geschrieben steht, nicht nur ein Gebilde im Denken ist.

Halte einmal inne. Was erlebst du in diesem Moment?

Die drei Brüder (Geschichten zum Vorlesen Nr. 1)

Drei Brüder verließen das Haus ihrer Eltern und zogen in die Welt. Jahre später trafen sie sich. Der erste sprach: «Ich habe viele Bücher gelesen und mit ebenso vielen Gelehrten gesprochen. Es gibt etwas in der Welt, das im Innen und Außen zugleich ist, das wundervoller und erhabener ist als alles andere in dieser Welt, und jeder, der es besitzt, ist unermesslich reich. Die Gelehrten nennen es ‹Liebe›!»

Der zweite lächelte. Er ließ seinen Blick über seine Brüder schweifen und sprach nicht ohne Stolz: «Auf meinen Reisen bin ich einer Frau begegnet, die umherzog wie ich. Sie war einfach gekleidet und machte wenig Aufsehen um sich. Die Leute kamen von weit her, um sie zu sehen und mit ihr zu sprechen. Für jeden hatte sie ein Worte des Trostes und oft auch der Heilung. Sie war still und bescheiden und in sich unermesslich reich. Viele Tage bin ich mit ihr gegangen, denn, lieber Bruder, die Liebe, von der du sprachst, habe ich in ihren Augen gesehen…»

Die beiden Brüder sahen sich an, still und berührt. Dann wanderten ihre Blicke zum dritten. Der stand aufrecht und gelöst, schaute den zweiten an, dann den ersten und sein Lächeln strahlte von innen heraus. Ein jähes Erkennen durchzuckte beide und ließ sie erstarren, bis eine Woge der Verbundenheit jede Missgunst in ihnen löste: Ihr dritter Bruder hatte die Liebe erlebt und erlebte sie jetzt.

PS: ‹Erleben› ist eines der Worte mit der Vorsilbe ‹er›, die alltäglichem Tun und Sein, wie ‹leben›, ‹kennen›, ‹wachen›, ‹schaffen›, ‹haben›, ‹lösen›, ‹denken›, ‹finden›, ‹bauen›, ‹blühen›, ‹freuen›, ‹folgen› einen schöpferischen Anklang verleiht. ‹Erleben› bedeutet im Ursprung: «Das Leben selbst leben» oder: «Wie ER leben». Das Leben ist männlich und weiblich zugleich, doch die Väter unserer Sprache waren keine Mütter. Sonst hätten sie auch ‹esleben›, ‹eskennen›, ‹eswachen›, ‹esschaffen›, ‹eshaben›, ‹eslösen›, ‹esdenken›, ‹esfinden› und ‹esbauen› einführen können. «Ich bin leider gerade etwas eskältet.» «Eshol dich gut!»

PS 2: Diese Seiten verwenden die persönliche Form der Ansprache, da sie deine Seele und deinen Geist ansprechen möchten.

Augenblicke Trennstrich senkrecht A, Tusche Worte Trennstrich senkrecht B, Tusche Beschreibung Trennstrich senkrecht C, Tusche Geschichte Trennstrich senkrecht E, Tusche tiefes Erleben Trennstrich senkrecht B, Tusche

bewusst Trennstrich senkrecht D, Tusche Vortrag Trennstrich senkrecht C, Tusche Forum Trennstrich senkrecht D, Tusche Was habe ich vom Erleben? Trennstrich senkrecht A, Tusche Übung

veröffentlicht am 9.3.2016, letzte Änderung am 28.11.2017 um 15:30 Uhr

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Texte und Geschichten voller Geist, Liebe und Poesie

Christoph Steinbach und Jaipur
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